Produktionswerkstatt Ökologischer Landbau

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Engagierte Langzeitarbeitslose, die im ALG ll Bezug der ARGE im Kreis Aachen stehen, haben in der Produktionswerkstatt Ökologischer Landbau auf Gut Hebscheid, Sitz der VIA e.V., die Chance zu zeigen, was in ihnen steckt. Seit März 2008 pflegen 17 motivierte Menschen mit und ohne gartenbauliche Vorkenntnisse die Weissdornhecken und Bäume, sie bauen Nistkästen für Insekten, verschönern Gut Hebscheid mit selbst gezogenen Blumen und Kräutern und bauen Gemüse an. Die Versorgung von 40 Schafen, 15 Hühnern, drei Schweinen und 2 Pferden nimmt täglich viel Zeit in Anspruch, es wird gemistet, gefüttert und Zäune werden gerichtet. Die Produktionswerkstatt wirtschaftet ökologisch nach den BIOLAND-Richtlinien, da heißt es bei neuen Teilnehmern meist viel Überzeugungsarbeit zu leisten und viel zu erklären. 2008 wurde eine Kräuterspirale gebaut, ein Kartoffelfeld bestellt und Tomaten angebaut. Zwei große Ereignisse, das Heueinfahren und die Kartoffelernte, wurden mit Grillfesten zünftig gefeiert. Die Winterzeit wird zum Reparieren und Aufräumen genutzt und der Häcksler steht nicht still, um den Hecken- und Baumschnitt zu wertvollem Mulchmaterial zu verarbeiten. Die gemeinsame Planung für das neue Vegetationsjahr sieht ein großes Kräuterbeet, ein Gemüsefeld in Mischkultur, ein Beeren- und mehrere Blumenfelder vor.

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Die Teilnehmer der Produktionswerkstatt sind zwischen 25 und 45 Jahren alt, viele von ihnen schlagen sich tapfer durch ein nicht gerade sehr rosiges Leben. Eine Sozialarbeiterin steht ihnen zur Seite, falls persönliche, gesundheitliche oder soziale Probleme zu lösen sind. Die Teilnehmer haben vielfältige „Vermittlungshemmnisse“, fast alle stehen ohne abgeschlossene Berufsausbildung da, Grund ist oft eine Lernbehinderung. Gesundheitliche Probleme und meist große finanzielle Not erschweren ihnen außerdem das Leben. Einige hatten vor vielen Jahren mal Arbeit, einige haben schon in verschiedensten 1-Euro-Jobs gearbeitet und andere absolvierten diverse Maßnahmen des Arbeitsamtes und der Arge.

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Jetzt nehmen sie tägliche Busfahrzeiten von bis zu 2,5 Stunden auf sich, um auf Gut Hebscheid die harte Landarbeit bei Wind und Wetter zu machen. Doch die Arbeit in der Gruppe, die gute Luft und der Spaß, den wir immer wieder haben, tut vielen Teilnehmern sehr gut, sie ziehen sogar freiwillig die Ohrstöpsel ihrer MP3-Player raus und lassen ihr Handy aus,denn das Vogelzwitschern, das Insektensummen, der Blumen- und Heuduft schaffen ganz neue Sinneseindrücke. Den Teilnehmern ist zu wünschen, dass sie doch noch irgendwann mal in ihrem Leben die Chance haben werden, für ihren eigenen Lebensunterhalt und den ihrer Kinder zu sorgen, denn – entgegen aller Vorurteile - arbeiten wollen und können sie.